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Der Buddhismus Auf Einen Blick [Infografik]

Der Buddhismus auf einen Blick [Infografik]

Die Lehren des Buddhismus sind ein sehr strukturierter Weg zur Erlösung. Die vorhandene Literatur ist allerdings oft schwer zu verstehen und lässt die Lehre komplexer wirken als sie ist. Mit meiner Infografik am Ende des Artikels möchte ich den Einstieg erleichtern.

Buddha erlangte seine Einsichten, aus denen er seine Lehre ableitete, in seinem 35. Lebensjahr durch tiefe Meditation. Er war beseelt von dem Gedanken, dass jeder Mensch Erlösung erlangen kann, wenn er dem richtigen Weg folgt.

Das galt nicht nur für Mönche, sondern für alle Menschen. Denn auch buddhistische Laien, die ein normales Leben mit Arbeit und Familie führen, können laut Buddha Erleuchtung erlangen.

Auch deswegen ist der Weg, den Buddha vorschlägt, ein mittlerer Weg, nicht asketisch und nicht hedonistisch. Ein Weg also, den jeder gehen kann.

Damit jeder die Lehren verstehen kann, strukturierte Buddha sie zu einem System, das die Zusammenhänge unserer Existenz verdeutlichen soll. Der Buddhismus wird deswegen zu Recht auch die „Wissenschaft des Geistes“ genannt.

Die Vier Edlen Wahrheiten als Fundament des Buddhismus

Grundlegend sind die „Vier edlen Wahrheiten„, auf denen der Buddhismus aufbaut. Sie stellen die grundlegende Erkenntnis über die Beschaffenheit unserer Existenz dar:

  1. Das Leben ist leidvoll
  2. Die Ursachen des Leidens sind die drei Geistesgifte
  3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden
  4. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad

Vor allem wegen der ersten Wahrheit wird der Buddhismus häufig als fatalistisch angesehen. Doch damit tut man ihm Unrecht, beschreibt er damit lediglich eine gegebene Tatsache, da letzten Endes jedes Lebewesen Alter, Krankheit und Tod erfahren wird.

Aus dem ewigen Kreislauf aus Geburt, Tod und Wiedergeburt (saṃsāra) auszutreten, liegt ausschließlich in unserer Hand und kann einzig und allein in einem menschlichen Leben bewerkstelligt werden.

Erfahre, wie auch dir der Buddhismus helfen kann, die Schleier von deinem inneren Kompass zu entfernen und endlich das zu tun, was du wirklich willst.

Noch heute starten

Aus dieser Perspektive ist der Buddhismus die abolute Hinwendung zur Gegenwart. Der Kraftpunkt unserer Existenz liegt in diesem menschlichen Leben, er ist genau jetzt und hier! Was könnte tröstlicher sein, als selbst die Macht für die eigene Existenz und Erlösung zu haben als auf die Gnade eines Gottes zu hoffen?

Die Drei Geistesgifte machen uns das Leben schwer

Die Erlösung aus saṃsāra wird uns durch die in den Vier Edlen Wahrheiten genannten Drei Geistesgifte jedoch erschwert:

  1. Gier/Begierde
  2. Hass/Zorn
  3. Verblendung/Nichtwissen (um die wahre Natur der Realität)

Auch wenn das Nichtwissen erst als dritter Punkt aufgeführt wird, so ist es doch die Quelle allen Ungemachs. Denn es bedeutet, dass wir die drei Daseinsmerkmale nicht erkennen:

  1. Alles ist dem Leiden unterworfen
  2. Alles ist vergänglich und nichts von ewigem Bestand
  3. Alle Dinge und Phänomene existieren ohne unveränderlichen Wesenskern. Es gibt kein getrenntes, permanentes Ich

Hier kommen wir zum Knackpunkt der buddhistischen Lehre: Wir erkennen nicht, dass alles Leben eins ist. Vielmehr glauben wir, dass wir ein von anderen getrenntes Lebewesen sind, ein Ich, dem es möglichst gut ergehen soll.

Das Geistesgift des Nichtwissens öffnet den beiden anderen Geistesgiften somit Tür und Tor. Denn dieses Ich kennt nur drei Empfindungen: Etwas haben zu wollen (Gier/Begierde), etwas nicht haben zu wollen (Ablehnung/Hass/Zorn) oder etwas als neutral zu empfinden.

Da wir der Meinung sind ein von anderen getrenntes Wesen zu sein, nehmen wir in individuell unterschiedlichem Maße in Kauf, anderen zu schaden, um uns selbst einen Vorteil zu verschaffen. Dies reicht von der kleinen Lüge bis zum Mord aus Habgier.

Dabei übersehen wir, dass wir Dinge begehren, die allesamt vergänglich sind. Selbst wenn wir durch sie Befriedigung erlangen, währt diese meist nur kurz. Denn Vergängliches kann niemals ein dauerhafter Quell der Freude sein.

Und so entsteht das Ich: Die Fünf Skandhas

Unglücklicherweise hat uns die Natur so geschaffen, dass wir dieses Spiel nicht so einfach durchschauen. Die fünf Daseinsfaktoren, die Skandhas, sorgen dafür, dass die Wahrnehmung eines eigenständigen Ichs entsteht:

  1. Körper (Augen, Ohren, Nase, Zunge, Tastsinn, (kognitiver) Geist)
  2. Gefühle (die entweder angenehm, unangenehm oder neutral sein können)
  3. Interpretation (wir bewerten und reagieren auf ein Objekt)
  4. Geistesformation (wir bekommen/machen uns eine Vorstellung von etwas)
  5. Wahrnehmung (die Summe der ersten vier Skandhas, es entsteht ein Selbst, dass seine Außenwelt nicht neutral erfasst, sondern eine eigene Interpretation projiziert)

Als wichtiger Teil der „Zwölfgliedrigen Kette des abhängigen Entstehens“ sorgen die fünf Skandhas dafür, dass wir die Außenwelt ständig darauf „scannen“ was für uns gut, schlecht oder neutral ist.

Wir reagieren entsprechend darauf, wodurch wir gute oder schlechte Taten begehen, aus denen letztendlich unser Karma erwächst. So lange unser Karma nicht neutral ist, können wir die Kette nicht durchbrechen und werden immer wiedergeboren, wir bleiben gefangen im saṃsāra.

Weder das Ich noch die Begierde sollen im Buddhismus ‚ausgelöscht‘ werden

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es im Buddhismus nicht um die Auslöschung des Ichs geht, wie so oft behauptet wird. Ich kann nicht auslöschen, was in Wahrheit gar nicht existiert. Es geht vielmehr darum zu erkennen, dass das Ich nichts Eigenständiges ist, sondern lediglich ein aus verschiedenen, voneinander abhängigen, Faktoren erzeugtes Konzept.

Genauso wenig können Begierde oder Hass ausgelöscht werden, weil dies ebenso nur Konzepte abhängigen Entstehens sind. Das Ziel ist, die gegenteiligen, heilsamen Faktoren zu kultivieren, wie z.B. Selbstlosigkeit, Verzicht, Mitgefühl und Güte. Es liegt in unserer Natur, dass wir liebende Güte und Hass nicht gleichzeitig empfinden können.

Das zentrale Element des Buddhismus: Der Edle Achtfache Pfad

Doch was ist nun der Weg aus dem Dilemma der immer wiederkehrenden Existenz? Buddha wäre nicht Buddha, wenn er uns die Lösung nicht direkt mit an die Hand gegeben hätte, die uns schnurstracks ins Nirvana führt: Der „Edle Achtfache Pfad„.

So wie ein Christ das Paradies erwarten darf, wenn er sich an die Zehn Gebote hält, so ist es für den Buddhisten der Edle Achtfache Pfad, der zur Erlösung aus saṃsāra führt:

Weisheit

  • Rechte Erkenntnis
  • Rechte Absicht

Sittlichkeit

  • Rechte Rede
  • Rechtes Handeln
  • Rechter Lebenserwerb

Vertiefung

  • Rechtes Üben
  • Rechte Achtsamkeit
  • Rechte Versenkung

Die Parallelen zu den Zehn Geboten sind an einigen Stellen offensichtlich. Wer nicht lügt, schwätzt, stiehlt, tötet oder sein Brot auf Kosten anderer erwirbt, ist schon auf einem guten Weg. Im Unterschied zum Christentum bezieht sich das „Nichtschaden“ aber auf alle Lebewesen, nicht nur auf den Menschen.

Auch spielt der Aspekt der Meditation und Achtsamkeit im Buddhismus eine zentrale Rolle. Nur ein klarer Geist kann den Schleier über der wahren Realität erkennen und achtsam handeln.

Die Infografik

Alle genannten Punkte lassen sich noch sehr viel weiter vertiefen und es gibt dazu viele Interpretationen und Meinungen verschiedener buddhistischer Schulen. Mir geht es lediglich darum, den Kern des Buddhismus zu vermitteln, um sich der Lehre langsam nähern zu können.

Da die Zusammenhänge optisch aufbereitet klarer werden, habe ich diese Infografik erstellt:

Die Lehren des Buddhismus in einer Infografik zusammengefasst

Die Lehren des Buddhismus in einer Infografik zusammengefasst

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