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Scheitern Deine Veränderungsversuche? Dann Musst Du Die Banane Loslassen!

Scheitern deine Veränderungsversuche? Dann musst du die Banane loslassen!

Du strampelst dich ab, etwas zu ändern, doch es will einfach nicht klappen? Meist liegt das daran, dass du irgendwas nicht loslassen kannst – z.B. Überzeugungen, Gewohnheiten, Sicherheit oder Status. Es gibt gute Gründe für dein Festhalten daran und diesen solltest du Raum geben. Erst dann wird Veränderung möglich.

Wahrscheinlich kennst du die Methode, mit der in Afrika Affen gefangen werden. Man legt eine Banane in ein Loch im Baum, das gerade groß genug ist, dass der Affe hineingreifen kann. Nimmt der Affe die Banane in die Hand, ist die Faust zu groß, um den Arm wieder aus dem Loch ziehen zu können.

Der Affe sieht den Jäger kommen, will die Banane aber um keinen Preis loslassen. Er kreischt und zetert und gerät in Panik – aber auf die Idee, einfach loszulassen, kommt er nicht. Damit besiegelt er sein Schicksal, der Jäger muss ihn einfach nur noch mitnehmen.

Im Leben geht es uns manchmal ähnlich. Egal wie schlecht es uns geht, wir ändern unsere Situation nicht, weil wir an irgendetwas festhalten. Auch wir kreischen und zetern und geraten in Panik. Lieber bekommen wir einen Herzinfarkt, als endlich loszulassen.

Aber sind wir nicht intelligenter als ein Affe, müssten wir es nicht besser wissen? Theoretisch ja, aber genau wie der Affe erkennen wir nicht, warum wir in der Misere stecken. Auch wir halten an einer symbolischen Banane fest und besiegeln damit unser Schicksal.

Finde die Banane, die du nicht loslassen kannst!

Wahrscheinlich liest du diesen Text, weil in dir immer wieder die Einsicht aufkeimt, ganz dringend etwas ändern zu müssen. Damit das klappt, musst du die Banane in deinem Leben finden, an der du so unbedingt festhältst und die der Grund dafür ist, dass sich nichts ändert.

Finde die Banane, die du nicht loslassen kannst!

Auf die Suche gehen

Leider versteckt sie sich meist sehr gut. Sie tarnt sich als Überzeugung, Glaubenssatz, Gewöhnung oder sogar Angst. Durch jahreslanges Festhalten daran entstehen tiefe Spurrillen in deinem Geist, in die du immer wieder reinrutschst, wenn du versuchst gegenzusteuern.

Vielleicht gibst du einen Job nicht auf, weil du die Sicherheit nicht loslassen kannst. Selbst dann nicht, wenn du davon unglücklich und vielleicht sogar krank wirst. Oder du folgst nicht deinem Herzen, weil du die Überzeugung nicht loslassen kannst, dass diese Aussteigertypen sowieso alles Spinner und gescheiterte Existenzen sind.

Auch das Festhalten an einem gewissen Wohlstand und Status kann dich deine innere Kündigung immer wieder vergessen lassen. Nicht umsonst umgarnen Unternehmen ihre Mitarbeiter mit wichtigen Titeln und großzügigen Firmenwagenregelungen – schließlich soll die Hand unter keinen Umständen mehr durch das Loch passen.

Loslassen braucht Introspektion

Leider sind wir sehr gut darin, uns selbst zu blenden. Ich klebe an Status oder Sicherheit? Pah, so ein Quatsch! Ein Sparringspartner, wie ein guter und ehrlicher(!) Freund oder ein Coach, kann hier hilfreich sein, um Introspektion zu ermöglichen und nicht immer wieder in die gleichen geistigen Spurrillen zu rutschen.

Nicht unterschätzen solltest du auch die Stimmen von außen, die deinen Griff um die Banane noch verfestigen: „Das ist doch Spinnerei“, „Denk an deine Verantwortung“. Menschen können schlecht damit umgehen, wenn jemand vor ihrer Nase die Veränderung vollzieht, die sie für sich selbst längst aufgegeben haben.

In ihrem Buch „Du bist der Hammer!“ beschreibt Jen Sincero das „Krabbenkorbphänomen“: Versucht eine Krabbe aus dem Korb zu entkommen, tun die anderen Krabben alles, um sie wieder in den Korb zu ziehen anstatt ihr zu helfen.

Leider sind die Menschen, die uns am nächsten stehen, oft die schlimmsten Saboteure, denn sie wollen immer „unser Bestes“. Oft ist es aber genau die Banane, die wir eigentlich loslassen sollten, die sie als „das Beste“ für uns halten.

Die Banane gefunden zu haben, heißt nicht, sie auch loslassen zu können

Ich z.B. wollte schon immer selbstständig sein, konnte aber die – vermeintliche – Sicherheit nie loslassen. Gepaart mit einem mangelnden Vertrauen, selbstständig Geld verdienen zu können, wuchs die Sicherheits-Banane auf eine stattliche Größe an.

Sie war irgendwann so groß, dass kaum noch daran zu denken war, die Hand jemals wieder aus dem Baum zu bekommen. Ich war gefangen in einem Leben, das ich überhaupt nicht führen wollte und das mich mehr und mehr krank machte.

Erst als ich durch meinen ach so sicheren Job wiederholt gesundheitlich am Abgrund stand, war ich bereit, all die über Jahre gewachsenen Überzeugungen zu hinterfragen. Aber nur weil man die Banane irgendwann erkannt hat, heißt das noch lange nicht, dass man sie einfach loslassen kann.

Denn sie existiert nie grundlos und hat ein Recht da zu sein. So ist an einem starken Sicherheitsbedürfnis überhaupt nichts auszusetzen. Erst recht nicht, wenn man, wie ich, eine Familie zu versorgen hat. Es wäre unvernünftig, das Thema Sicherheit einfach zu ignorieren oder loszulassen.

Gib dem, was du loslassen musst, Raum

Es ist aber ebenso unvernünftig, ein unglückliches Leben zu führen, weil uns dieses Bedürfnis daran hindert, den entscheidenden Schritt zu tun. Erst als ich erkannte, dass außerhalb des Baumes auch eine Banane, sprich ein gewisses Maß an Sicherheit, liegt, konnte ich die andere Banane loslassen.

In meinem konkreten Fall bedeutete das, dass ich einen Ausstieg aus dem Job mit der größtmöglichen finanziellen Sicherheit für mich und meine Familie verbinden musste. Das funktioniert im Fall einer Selbstständigkeit nur, wenn man sich ein finanzielles Polster aufbaut und/oder den Lebensstandard absenkt.

Ich tat beides. Da ich an Status und Besitz zum Glück nicht so sehr klebte, konnte ich z.B. von einem stattlichen Firmenwagen auf einen Kleinwagen umsteigen, ohne das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges aufzugeben. Das war natürlich nur eine von vielen Maßnahmen.

Ein ausgeklügelter und ehrlicher(!) Finanzplan, der auch ein Worst Case-Szenario beinhaltete, war ein weiterer wichtiger Baustein, um meinem Sicherheitsbedürfnis den Raum zu geben, den es verdiente.

Es war natürlich trotzdem nicht einfach, ins kalte Wasser zu springen, aber indem ich meiner Banane ihr Daseinsrecht zugestand, habe ich mich in die Lage versetzt, meine uralten Ängste endlich zu überwinden und durchzustarten.

Wenn ich heute zurückschaue, kann ich mir kaum noch erklären, warum ich diese dumme Banane über vierzig Jahre lang festgehalten habe. Geh in dich, finde endlich deine Banane, nimm sie ernst, gib ihr Raum – und lass sie dann los!

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