skip to Main Content
Befreie Dich: 5 Buddhistische Tipps Für Weniger Anhaftung An Besitz

Befreie dich: 5 buddhistische Tipps für weniger Anhaftung an Besitz

Wohlstand ist gut. Manchmal musst du aber ein wenig davon aufgeben, um deinem Leben eine gesündere Richtung zu geben. Verharrst du in einer negativen Lebenssituation, weil du Besitz und Status nicht loslassen kannst, kann das kritische Folgen haben. 

Depression, Burnout und Erschöpfung sind leider immer noch Dauerthemen. Möglicherweise läufst du von Arzt zu Arzt, findest aber keine Lösung. Die ist nämlich häufig komplex und erfordert ein komplettes Umdenken dein Leben betreffend.

Die Einsichten können hart sein. Vielleicht musst du die Führungsposition aufgeben, deine Tätigkeit oder sogar den Beruf wechseln. So manche Veränderung bedingt, dass du einiges von dem loslassen musst, was du dir so mühsam erarbeitet hast.

Da ist der Sportwagen, das große Haus, der Urlaub auf den Malediven und die regelmäßigen Restaurant-Besuche. All das ist dir lieb und teuer. Zu groß ist der Gewinn, die Freude oder die Anerkennung.

Den Gedanken, tiefgreifend etwas ändern zu müssen, wirst du deswegen wahrscheinlich schnell wieder verwerfen. Du willst nichts davon einfach aufgeben. Zumindest nicht für ein vages Versprechen von mehr Freiheit, Gesundheit und Erfüllung – denn wer weiß, ob das überhaupt gehalten wird?

Ich selbst habe all diese Einsichten und Veränderungen durchlebt. Ich weiß wie schwierig das ist, aber auch, wie befreiend es sein kann, diese Schritte zu gehen. Ich habe dabei viel über Besitz und Status und unsere Beziehung zu beidem gelernt. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen.

Drei unheilsame Zustände gilt es zu vermeiden

Besitz und Status sind für sich genommen überhaupt nicht schlecht, sondern etwas ganz Neutrales. Buddha z.B. hatte nichts gegen Wohlstand, er warnte aber eindringlich vor der Anhaftung daran.

Kannst du Besitz und Status nicht loslassen, obwohl du das teilweise müsstest, um deinem Leben eine neue und gesunde Richtung zu geben, sitzt du in einer selbstgebauten Falle.

Wenn du in einer solchen Situation bist, solltest du dich deshalb ehrlich hinterfragen und überprüfen, ob einer oder mehrere der folgenden unheilsamen Zustände auf dich zutreffen:

1. Dein Besitz besitzt dich
Der Aufwand, deinen Besitz zu erhalten und zu beschützen bringt dich in die Situation, unter allen Umständen eine stattliche Summe Geld verdienen zu müssen. Ist das nicht gewährleistet, z.B. durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit, hängt deine ganze wirtschaftliche Existenz plötzlich am seidenen Faden.

Allein dieser Druck kann dich in Erschöpfungszustände treiben. Auch bist du nicht mehr flexibel. Im schlimmsten Fall musst du eine Arbeit, die dich krank macht, auf Gedeih und Verderb weiter ausüben, nur um Besitz und Status zu erhalten.

2. Du bist mit deinem Besitz identifiziert
Der Sportwagen ist für dich nicht mehr nur ein Gegenstand, sondern er ist dein „extended self“ geworden. Du hast angefangen dich über deinen Besitz zu definieren und über den Status, den er dir verschafft.

Jeder kennt die Beispiele einst erfolgreicher Börsenmakler, die sich nach einem Börsencrash vor eine Bahn geworfen haben. Das ist das perfekte Beispiel für eine Identifizierung, denn nicht nur das Vermögen ist weg, sondern es wartet auch der ultimative Verlust von Status und Anerkennung.

3. Deine Wünsche hören nie auf
Obwohl du alles hast was du brauchst, bist du nie zufrieden. Du willst immer das Nächstbessere und empfindest einen Mangel, weil du es noch nicht hast.

So bist du ewig getrieben von deinen Wünschen und lebst in einem andauernden Mangelzustand. Den nächsten Wunsch zu erfüllen, ist für dich wie das Stillen deines Durstes mit Salzwasser.

Abonniere meinen Newsletter

Informationen zum Newsletter

Mein Newsletter erscheint sechs bis zwölf Mal pro Jahr und enthält News zu meinen Dienstleistungen und zu den Themen Buddhismus und positive Lebensgestaltung.

Um dir die Inhalte anbieten zu können, die dich wirklich interessieren, werte ich aus, wie oft der Newsletter geöffnet wird und welche Links angeklickt werden.

Du kannst den Newsletter über einen Link im Footer jeder E-Mail jederzeit problemlos wieder abbestellen.

Alles ist vergänglich, materieller Besitz erst recht

Um zu verstehen, wie sinnlos es ist, dich diesen Zuständen zu unterwerfen und nur des Besitzerhalts wegen in einer krankmachenden Lebenssituation zu verharren, solltest du dir die drei Daseinsmerkmale des Buddhismus genauer anschauen:

  1. Anicca – Alles ist vergänglich und dem Wandel unterworfen
  2. Dukkha – Alles ist dem Leiden unterworfen
  3. Anatta – Alle Dinge und Phänomene existieren ohne einen unveränderlichen Wesenskern, alles existiert in Abhängigkeit von anderem

Auch wenn sich diese Merkmale auf unser ganzes Leben beziehen, möchte ich mich hier der Einfachheit halber auf die Themen Besitz und Status beschränken.

Es spielt also keine Rolle was du hast oder bist, es ist vergänglich. Dinge werden alt und gehen kaputt, Status vergeht. Haftest du an diesen vergänglichen Aspekten, wirst du mehr oder weniger leiden, wenn sie nicht mehr da sind. Oft leidest du ja schon, wenn sie noch da sind – aus lauter Sorge sie zu verlieren.

Darüberhinaus existiert alles nur in Abhängigkeit voneinander. Dein Status z.B. entsteht erst durch Besitz, Position oder Einfluss und die daraus folgende Anerkennung anderer Menschen. Status existiert nicht aus sich selbst heraus, er ist nur ein Konzept und damit besonders fragil und schwer zu kontrollieren.

Verlieren kann man nur das, woran man sich klammert. –Buddha

Am vergänglichsten sind aber deine Gesundheit und dein Leben. Anstatt dich darum zu kümmern, opferst du vielleicht beides fortwährend irgendwelchem Kram und dem Bestreben, vor anderen möglichst gut dazustehen.

Befindest du dich in einer Situation, die dich krank macht und die du nur aufgrund des Erhalts von Besitz und Status nicht ändern kannst oder willst, solltest du dir klar machen, dass du die Kontrolle über dein Leben an diese Faktoren abgegeben hast.

Natürlich sollst du dich nicht ruinieren, um eine Veränderung zu realisieren. Geld zu haben und eine Familie damit versorgen zu können, ist nunmal wichtig, daran lässt sich in unserer Welt nicht rütteln. Aber es geht auch mit viel weniger als du denkst.

Du solltest zumindest versuchen, deine Anhaftung mit Hilfe meiner Tipps Schritt für Schritt lösen und eine gesunde Distanz zu Status und Besitz einzunehmen. So wirst du nicht mehr von vergänglichen Dingen und Konzepten gesteuert, sondern bist wieder selbst der Gestalter deines Lebens.

Die 5 besten Tipps gegen Anhaftung an Besitz

  1. Prüfe, ob du in einer ungesunden Lebenssituation verharrst, weil du Besitz oder Status nicht loslassen kannst. Wenn dem so ist, mache dir klar, dass deine Gesundheit und dein Leben noch vergänglicher ist als all das, was du nicht aufgeben willst. Lass nicht zu, dass dein Besitz in Wahrheit dich besitzt oder du dich nur über ihn definierst. Letzteres kannst du überprüfen, indem du dir vorstellst, wie du dich fühlen würdest, wenn du plötzlich alles verlierst.
  2. Wann immer du einen Mangel verspürst, frage dich intensiv, ob dieser Mangel wirklich real ist. Wenn man in Deutschland lebt, wird es sich in 99,9 Prozent der Fälle um keinen echten Mangel handeln, sondern der Mangel entsteht aus einem zu starken Wunsch nach etwas oder durch den Vergleich mit anderen oder weil der Mangel, z.B. durch Werbung, künstlich erzeugt wurde. Frage dich auch, ob es vielleicht einfach nur Neid ist.
  3. Bevor du dir einen Wunsch erfüllst, denke darüber nach, was du dir wirklich davon versprichst. Bedenke alle Folgekosten, Sorgen, Verlustängste und bewerte dann, ob der Wunsch es wirklich wert ist, erfüllt zu werden.
  4. Übe das Loslassen von Besitz. Gebe regelmäßig etwas davon ab, spende Sachen oder Geld. Je öfter du das tust, desto leichter fällt es dir, dich von Besitz zu trennen, keinen neuen anzuhäufen und an neuem Besitz nicht mehr anzuhaften.
  5. Mache dir bewusst, dass alles vergänglich ist und nichts Bestand hat. Dinge werden alt, gehen kaputt oder werden zerstört. Menschen sterben oder wenden sich ab. Denke noch weiter: Die ganze Erde, auch unser Sonnensystem, sogar das Universum wird irgendwann vergehen, nichts exitsiert für die Ewigkeit. Diese Sichtweise lässt einen viel entspannter mit Wünschen, Besitz und Status umgehen.
Back To Top